Ruhrwirtschaft befindet sich weiterhin auf dem Weg nach oben

Ruhr-IHKs legen 101. Ruhrlagebericht vor

Ungeachtet aller weltwirtschaftlichen Ungewissheiten befindet sich die Ruhrkonjunktur weiterhin auf dem Weg nach oben. Das Wachstumstempo hat sich zuletzt noch einmal leicht erhöht. Angetrieben durch eine nicht nachlassende Nachfrage aus dem Ausland, ein erfreulich stabiles Konsumklima und eine nochmals gesteigerte Investitionsneigung präsentieren sich die Unternehmen weiterhin positiv. Mit diesen Kernaussagen fasste der Präsident der federführenden Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Dortmund, Heinz-Herbert Dustmann, die derzeitige konjunkturelle Lage im Ruhrgebiet bei der Vorlage des 101. Ruhrlageberichts am 17. Oktober 2018 zusammen. An dieser schon traditionellen Umfrage, die jeweils zu Jahresbeginn und im Herbst durchgeführt wird, beteiligten sich mehr als 900 Unternehmen mit 124.000 Beschäftigten.
Fast 49 Prozent der Unternehmen melden derzeit eine gute geschäftliche Lage. Dies entspricht einer Steigerung von nochmals fast zwei Prozentpunkten gegenüber dem Jahresbeginn 2018. Nur noch rund sechs Prozent der befragten Unternehmen berichten derzeit von unbefriedigenden Ergebnissen. Dustmann: „Die Euphorie über die künftige Entwicklung scheint jedoch einer realistischen Betrachtungsweise gewichen zu sein. Zwar befindet sich die Industrie derzeit in Topform, die Situation im Handel lässt sich mit „weiter schwungvoll“ bezeichnen und im Dienstleistungsgewerbe hält der Aufwärtstrend an, dennoch sind die Unternehmen etwas zurückhaltender was ihre Zukunftserwartungen betrifft.“
Dies drückt sich auch im Konjunkturklimaindex aus, der leicht um einen Punkt auf 128 gesunken ist. Ein immer noch hervorragender Wert, der lediglich Anfang der 1990er Jahre und zu Jahresbeginn 2018 übertroffen wurde. Erfreut zeigte sich Dustmann über die positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten steige, während die Zahl der Arbeitslosen, insbesondere auch der Langzeitarbeitslosen, kontinuierlich sinke. Innerhalb eines Jahres sank die Arbeitslosenquote von 10,5 auf 9,7 Prozent. Eine Delle könne diese positive Entwicklung nur durch den bevorstehenden Fachkräftemangel bekommen.
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Eine Lanze in diesem Zusammenhang brach Dustmann für die duale Berufsausbildung. Neben Personen mit genau dieser Ausbildung benötige die Wirtschaft der Region Fachkräfte mit verschiedensten Schlüsselqualifikationen. Bei der Bewältigung des Fachkräftemangels dürfe keine Überlegung außen vor gelassen werden. So sei beispielsweise die qualifizierte Zuwanderung aus Nicht-EU-Ländern eine interessante Alternative für Unternehmen.
Bei den Investitionen zeigt sich ein durchweg erfreuliches Bild. Noch einmal um zwei Prozentpunkte auf 30 Prozent gegenüber dem Jahresbeginn 2018 ist die Zahl der Unternehmen, die ihre Investitionen erhöhen wollen, gestiegen. Fast 60 Prozent der befragten Unternehmen beabsichtigen die bisherigen Ausgaben beizubehalten. Nur jedes zehnte Unternehmen plant geringere Ausgaben bei den Investitionen.
Verschlechtert haben sich, im Vergleich zum Jahresbeginn 2018, die Aussichten für ein weiterhin hohes Exportgeschäft. Die weltweit zunehmende Zahl von Handelskonflikten und auf europäischer Ebene die Möglichkeit eines ungeordneten Austritts Großbritanniens aus der EU sowie eine mögliche Schuldenkrise der Mittelmeeranrainerstaaten tragen zu einer gewissen Verunsicherung bei. Die allgemein noch hohen Wachstumsraten der Weltwirtschaft können die derzeitige Einschätzung der Unternehmen nach oben revidieren.
Das positive Konjunkturbild zieht sich derzeit durch alle Branchen. Die Konjunktur bleibt robust. Der im Jahr 2017 einsetzende Boom hält bis heute an. Angetrieben von einer lebhaften Binnenkonjunktur mit einer ausgesprochen hohen Konsumneigung sind die Stimmungswerte im Handel auf hohem Niveau stabil. Im Dienstleistungsgewerbe insgesamt hat sich das Konjunkturklima auf hohem Niveau weiter verbessert.
17. Oktober 2018